
Die Geschichte des Canal du Midi:
Pierre Paul Riquet hatte die Vision den Atlantik und das Mittelmeer durch einen Kanal zu verbinden. Der Kanal würde einen sicheren Transport von Gütern und Dienstleistungen gewährleisten und die lange und gefährliche Route durch die Strasse von Gibraltar vermeiden. Diese Vision wurde dem Minister des französischen Königs, Herrn COLBERT 1660 vorgestellt.
Es kostete Riquet 6 Jahre der Argumentation mit Skeptikern und Widersachern bis er schliesslich Herrn COLBERT, den mächtigsten Mann des Landes überzeugt hatte. Auf den Rat seines Ministers hin ordnete Ludwig XIV den Bau des KÖNIGLICHEN KANALS DES LANGUEDOC an, der später unter der französischen Revolution den Namen CANAL DU MIDI bekam.
Im Alter von 60 Jahren brach der wohlhabende Pierre-Paul Riquet zu dem grössten Abenteuer seines Lebens auf. Parallel zu den Kanalgrabungsarbeiten entwickelte er ein Wassersammelsystem im Montagne Noire. Er baute das Wasserreservoir von Saint – Ferréol. Parallelkanäle brachen das Wasser auf den höchsten Scheitelpunkt des Kanals bei Naurouze und füllen den Kanal in beide Richtungen auf, östlich zum Mittelmeer und westlich zum Atlantik.
Tragischerweise starb Riquet 1680 als bankrotter Mann ohne die Erfüllung seines Traumes sehen zu können. Erst einige Monate später wurde der Kanal eröffnet.
Mit der Fertigstellung des CANAL DU RHONE A SETE 1829 und des CANAL LATERAL A LA GARONNE 1856 war die wasserstandsunabhänige Verbindung zwischen Atlantik und Mittelmeer endgültig geschaffen.
Der CANAL DU MIDI stellt für das 17. Jahrhundert ein enormes Unterfangen dar: 15 Jahre Knochenarbeit, 12 000 Arbeiter einschliesslich 600 Frauen, 328 Bauwerke (Brücken, Kais, Schleusen Aquadukte und Tunnels), 45 000 Platanen und Zypressen wurden entlang der Uferböschungen gepflanzt.
Insgesamt wurden 240 km Kanal mit Hacke und Schaufel zwischen Toulouse und Sète gegraben. Heute hat der Kanal noch zwei Hauptfunktionen: Den Tourismus und die Bewässerung. Der Kanal bewässert 300 Millionen qm pro Jahr. Der Bootstourismus bewegt jährlich rund 400 Mietboote, das sind 8200 Bootsurlauber im Jahr die die Schleusentreppe von Fonseranes passieren. Der Schifffahrtsverkehr nimmt jährlich zu und stellt eine ideale Alternative zum Kennenlernen der Gegend für Touristen dar.
Einige wichtige Daten:
- 1667 Grundsteinlegung
- 01.10.1680: Pierre-Paul Riquet stirbt in Toulouse
- 24.05.1681: Offizielle Eröffnung des königlichen Kanals des Languedoc
- Oktober 1996: Die Schleussentreppe von Fonseranes wird Weltkulturerbe
- Dezember 1996: Der CANAL DU MIDI wird durch die UNESCO zum WELTKULTURERBE erklärt
- April 1997: Die französische Regierung klassifiziert den CANAL DU MIDI als Naturschutzgebiet
- Mai 2008 : Das exklusive Hotelschiff Alegria hat seinen Stapellauf
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